PCP und Lindan im Holz – unsichtbare Schadstoffe in Altbauten

Pentachlorphenol (PCP) und γ-Hexachlorcyclohexan (Lindan) zählen zu den bekanntesten Holzschutzmitteln, die im Westen insbesondere zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren in unterschiedlichen Produkten großflächig eingesetzt wurden. 

In der DDR wurden vor allem Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) und Lindan kombiniert im Holzschutzmittel „Hylotox 59" verwendet. Heute gelten sie als problematische, toxische und sehr langlebige Schadstoffe, die noch Jahrzehnte nach ihrer Anwendung ausgasen können.

Warum wurden PCP und Lindan eingesetzt?

Holzschutzmittel wurden präventiv oder zur Bekämpfung eines Befalls der Bausubstanz im Innenbereich eingesetzt, Ziel war der Schutz von Holz vor: 

  • Pilzbefall – vor allem der echte Hausschwamm 
  • Insektenbefall – Holzwürmer 

Um eine möglichst hohe Wirksamkeit zu erreichen, wurden die Wirkstoffe in Mineralölen gelöst aufgebracht, damit sie tief in die Holzmatrix eindringen und diese durchdringen konnten. Angestrebt wurde in der Regel eine Eindringtiefe von 2 bis 3 Zentimetern. 

Warum sind diese Stoffe heute problematisch?

Die Wirkstoffe sind hochwirksam – leider auch gegen den Menschen. Die Eigenschaften, die sie früher attraktiv gemacht haben, sind heute das Problem: 

  • hohe Persistenz 
  • Flüchtigkeit und damit Mobilität 
  • toxische Wirkung 

Die Stoffe sind schwerflüchtige Verbindungen (SVOC) und verdampfen so langsam, dass sie über sehr lange Zeiträume hinweg ausgasen. Sie bilden in der Innenraumluft eine Konzentration, die vulnerable Personen bereits gesundheitlich beeinträchtigen kann. Auch „normale" Personen können aber über die jahrzehntelange Exposition Schaden nehmen.

Illustration zu PCP- und Lindan-haltigen Holzschutzmitteln, deren Eindringen in Holz und den langfristigen Auswirkungen auf die Innenraumluft.

Wie entstehen typische Gerüche?

Ein besonders charakteristisches Phänomen in belasteten Gebäuden ist die Bildung von Chloranisolen. Chloranisol ist ein Stoffwechselprodukt, das entsteht, wenn Mikroorganismen – also Pilze und Bakterien – auf chlorierte Phenole wie PCP treffen. 

Chloranisole entstehen, wenn: 

  • Feuchtigkeit vorhanden ist 
  • Mikroorganismen PCP abbauen 

Das Ergebnis: ein muffig-chemischer Geruch, ähnlich wie bei einem korkenden Wein.

 

Warum ist die Sanierung so schwierig? 

Das Hauptproblem: Die Schadstoffe sitzen tief in der Holzmatrix und sind damit nicht zugänglich. Aus diesem Reservoir dampfen sie langsam und stetig in die Raumluft aus. Die Jahresringe bilden eine Barriere, daher entstehen die intensivsten Emissionen: 

  • aus den angeschnittenen hellen Bereichen 
  • aus Rissen und Verbindungen 
  • aus Stirnseiten 

Da nur die Oberfläche für eine Behandlung zugänglich ist, sind viele klassische Methoden nur begrenzt wirksam.

 

Grenzen klassischer Sanierungsverfahren 

Mechanischer Abtrag: 

  • starke optische Beeinträchtigung 
  • statische Risiken 
  • keine Wirksamkeit an Rissen und Stirnseiten 

Abschottung: 

  • nur temporäre Wirkung 
  • Verlust bauphysikalischer Eigenschaften 

Beschichtungen: 

  • nur temporäre Wirkung 
  • Verlust bauphysikalischer Eigenschaften 
  • VOC-Emissionen aus den Beschichtungen 

Rückbau: 

  • hohe Kosten 
  • Verlust der Bausubstanz

Fazit:

PCP und Lindan sind ein Problem in vielen Gebäuden und stellen bis heute eine Gefahr dar.

Erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt, diese Belastung dauerhaft zu reduzieren.
 

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Illustration zu PCP- und Lindan-belasteten Holzbauteilen in Altbauten mit Schadstoffemissionen und Symbolen für Gesundheits- und Raumluftbelastung.